Mit jeder Mahlzeit veränderst du die Welt. Ob du willst oder nicht.

Aktualisiert: 13. März 2019


Alle Lebensmittel, die wir täglich kosumieren, haben mehr oder auch weniger großen Einfluss auf die Natur, die Tierwelt und auch auf die Lebensqualität von einigen Menschen. Wie das? Das verrate ich dir im nächsten Absatz.


Jede Konsumentscheidung hat Auswirkungen.

Vor ein paar Tagen haben meine Familie und ich die Austellung "Wir essen die Welt" von der Caritas Vorarlberg angeschaut. Allein der Name der Austellung ist schon besonders. Wir essen die Welt? Wie ist das denn gemeint?


Lebensmittel wie Bananen, Orangen, Avocados, Kiwis und Kaffee sind sind nicht mehr aus unserem Leben wegzudenken. Beim Einkauf macht man sich meistens keine großen Gedanken darüber, woher die Lebensmittel eigentlich kommen. Oder hast du dich schon mal gefragt: wie viel Kilometer deine Banane zurückgelegt hat? Oder welche Auswirk-ungen der Kauf deiner Banane auf die Menschen im Herkunftsland hat? Um ehrlich zu sein, habe ich mich bis jetzt auch nicht wirklich damit auseinandergesetzt. Mit unseren Kaufentscheidungen beeinflussen wir das Leben anderer Menschen sowohl positiv wie auch negativ. Heute möchte ich meine Erkenntnis und einige Fakten aus der Austellung mit dir teilen.


Kaffee, Bananen, Kakao

Unsere tägliche Tasse Kaffee, die meisten Bananen und der Kakao für unsere geliebte Schokolade kommen aus Ecuador kommen. Bananen sind bei uns das ganze Jahr über verfügbar, schön billig und makelos. Und was bedeuet das? Es bedeutet, dass den Preis die Arbeiter in Ecuador dafür zahlen. Sie erhalten nämlich nur einen Hungerlohn für die körperlich anstrengende Arbeit. Jede Menge Spritzmittel die zum Einsatz kommen, gefährden zudem deren Gesundheit und sind eine riesige Belastung für die Umwelt. Ich liebe Bananen, Schokolade und vorallem Kaffee. Ich konsumiere diese Lebensmittel seit Jahren fast täglich ohne das mir bewusst war, welche Probleme das für die Umwelt und andere mit sich bringt. Echt schokierend!

Unsere tägliche Tasse Kaffee aus Äthopien

Shrimps

Wusstest du, dass viele Shrimps, die wir bei uns konsumieren über 7000 km zurück-gelegt haben bevor sie auf unserem Teller gelandet sind? Ein Großteil kommt nämlich aus Bangladesch. Etliche Waldgebiete werden abgeholzt, um immer mehr Aquakulturen anzulegen. Dadurch wird auch der Lebensraum von vielen Tieren zerstört. Meine Familie und ich essen total gerne Shrimps. Diese haben wir natürlich immer vorrätig im Gefrier-fach. Nun habe ich unsere Shripms mal unter die Lupe genommen und erschreckt fest-gestellt, dass auch unsere Shrimps aus Bangladesch stammen. Letztens habe ich die Shrimps verkocht und ich muss ehrlich zugeben, dass jetzt wo ich weiß unter welchen Umständen die Shrimps gezüchtet werden, habe ich kaum welche davon essen können. Der Appettit darauf ist mir einfach vergangen! Ich habe mir fest vorgenommen in Zukunft mehr auf die Herkunft und Gütesiegel aus nachhaltigen Fischfang wie MSC zu achten.

Shrimps aus Bangladesch

Fleisch, Milch, Soja und Orangen

Aus Brasilien stammt ein Teil unseres Fleisches und unserer Milch. Wie das möglich ist? Unsere Tiere werden von Soja ernährt. Und rate mal, wo dieses Soja herkommt. Genau, aus Brasilien! Somit ist unser Fleisch und unsere Milch zu einem Teil brasilianisch. Verrückt, oder?


80% des weltweiten Orangensaftes kommt ebenfalls aus Brasilien. Soja sowie Orangen werden unter Zugabe von Spritzmittel herangezüchtet. Brasilien ist der größte Spritz-mittelverbraucher der Welt. Das liegt vorallem an den geringe Umweltstandards des Landes. Die Natur wird dadurch extrem belastet - nur das wir ganzjährig Orangensaft trinken können. Muss das wirklich sein?

brasilianische Orangen in unserem Saft

Kaffee, Schnittblumen und Gemüse

Äthopien exportiert Kaffee, Schnittblumen und Gemüse zu uns. Fruchtbares Land wird dort an ausländische Geldgeber verpachtet. Das ermöglicht den Einheimischen einerseits die Chance auf eine bezahlte Arbeit, anderseits bleibt für die eigene Ernährung jedoch immer weniger Anbaufläche übrig. So entsteht eine gewisse Abhänigkeit zu den ausländischen Pächtern. Ist es richtig, dass andere Menschen hungern, damit wir hier in Europa bestens versorgt werden mit schönen Blumen, guten Kaffee und Gemüse? Ich glaueb nicht!

Viele unserer Schnittblumen kommen aus Äthopien.

Folgend habe ich mal die Entfernungen der Länder zu uns aufgeschlüsselt, um den ganzen Wahnsinn noch mehr zu verdeutlichen.


Bangladesch > 7.000 km

Äthopien > 7.500 km

Brasilien > 9.000 km

Ecuador > 10.000 km


Wenn man sich die Entfernungszahlen mal ansieht, die diese Lebensmittel zurücklegen, dann wird einem erst richtig bewusst wie irrsinnig das Ganze eigentlich ist. Um das zu veranschaulichen hier ein kleines Beispiel: Nehmen wir an wir trinken eine Glas Orangen-saft und eine Tasse Milchkaffee am Morgen, dazu gibts noch eine Banane. Am Nach-mittag essen wir ein bisschen Reis mit Shrimps, zwischendurch etwas Schoki und am Abend noch ein Wienerschnitzel mit Pommes. Nichts ungewöhnliches, oder? Wenn man jetzt mal die Kilometer zusammenrechnen, die unsere Lebensmittel für einen Tag zurückgelegt haben, kann einem nur schlecht werden. Unglaubliche 65.000 km für 3 Mahlzeiten und ein Snack. Und für die Mahlzeiten von einem einzigen Tag. Stellt euch das mal vor! Echt Wahnsinn!


Durch gedankenlosen Konsum, unterstützen wir die negativen Auswirkungen für Mensch und Umwelt. Doch was können wir tun?

6 Tipps, die ich aus der Ausstellung mitgenommen habe und dir gerne weitergeben möchte:


  1. Vermehrt heimische Produkte kaufen. Bei Produkten aus dem Ausland auf das Gütesiegel "Fairetrade" achten. So werden Kleinbauern in den Herkunftsländern unterstützt.

  2. Mehr regionales Gemüse und weniger Fleisch essen. Wir müssen nicht gleich Veganer oder Vegetarier werden, aber der Fleischkonsum muss stark reduziert werden. Das ist gut für die Umwelt und gut für unsere Gesundheit.

  3. Verarbeitete Produkte meiden und lieber selber kochen. Wer selber kocht, muss sich um Konservierungsstoffe & Co. keine Sorgen machen.

  4. Einen Teil selber anbauen oder beim Bauer aus deiner Region kaufen. Habt ihr schon mal selber Tomaten angebaut? In einer Tomate aus dem eigenen Garten stecken viele Stunden Arbeit, eine Menge Wasser und viel, viel Liebe drin. Das macht sie zu etwas ganz besonderem. Und deshalb schmeckt sie auch so viel besser als jede herkömmliche Tomate.

  5. Bioprodukt anstatt konventionellen Produkten. Bei der biologischen Landwirt-schaft werden kaum Spritzmittel und Dünger verwendet, dadurch bleibt die Fruchtbarkeit des Bodens erhalten. Außerdem erhält der Landwirt einen fairen Preis für seine Erzeugnisse.

  6. Kaufe Produkte aus der Region und nach Saison ein. So kann die CO2-Bilanz deutlich gesenkt werden und zugleich die heimischen Bauern unterstützt werden.

Ich hoffe ich konnte dich zum Nachdenken und Umdenken animieren. Auch ich werde in Zukunft verstärkt darauf achten, einige Tipps aus der Ausstellung umzusetzen. Du auch?


Eure Christine


P.S.: Die Ausstellung " Wir essen die Welt" ist noch bis zum 08.09.2019 in der inatura Dornbirn zu sehen - super interessant und sehr empfehlenswert!


#Lebensmittel #Konsum #Auswirkungen


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